Goodbye, Mittagschlaf – woher wir wussten, dass es aus ist

Wir haben uns mit Händen und Füßen dagegen gewehrt. Es immer wieder probiert. Mit Hörspielen, mit Musik, mit Geld und guten Worten. es half alles nichts, wir mussten der harten Wahrheit ins Gesicht sehen.

Die schöne Zeit des Mittagsschlafs, die geheiligte Ruhepause aller Eltern ist für uns vorbei. Nach gerade einmal zwei Jahren Elternschaft. Dabei bräuchten wir noch locker ein Jahr, um den gesammelten Schlafmangel nachzuholen. Aber was soll man machen, das Leben ist halt kein Wunschkonzert.

Nach einem anstrengenden ersten Jahr mit Ava lief es schlaftechnisch wie am Schnürchen. Ein Ritual aus Zähneputzen, Geschichte vorlesen, dickem Kuss und „Gute Nacht, träum schön, ich liebe Dich“ war der verlässliche Hebel, um Ava zum Schlafen zu bringen. Mittags reichte eine kurze Geschichte. Lag sie im Bett, konnten wir ohne Probleme das Zimmer verlassen und nach zehn Minuten war sie auch schon eingeschlafen. Bis vor ein paar Monaten.

Wir durften die Tür nicht schließen und das Zimmer nicht verlassen, ohne das ein riesen Gebrüll ausbrach. Blieben wir neben ihr sitzen, brauchte sie mitunter eine ganze Stunde um einzuschlafen. Sie hatte entweder großen Redebedarf, großen Durst oder große Lust zu gucken, was Papa unten in der Küche so macht. Auch aus der Kita hörten wir zum Thema Mittagsschlaf dasselbe: Ava erzähle, spaziere die Betten entlang um den Augen-zu-Check zu machen und halte so die anderen Kinder wach…

Alles nur eine Phase

Wir redeten uns ein, das sei nur eine Phase, ab und zu klappe es mittags wie abends ja noch gut und schließlich sei sie ja mit zwei Jahren auch viel zu jung, um keinen Mittagschlaf mehr zu machen. Es war die Verzweiflung und die Verdrängung die aus uns sprach. Wir wollten einfach nicht wahrhaben, dass unsere geliebte Atempause ein Ende haben sollte. Nach langen Diskussionen haben wir den Absprung gewagt und zugegebenermaßen funktioniert das Zubettgehen abends nun auch wesentlich leichter. Sie war einfach nicht müde genug und rückblickend war es bei jedem Tagesschläfchen das wegfiel immer dasselbe Schema. (Dieser Artikel von N24 und die dazugehörige Studie des BMJ Journals bestätigt unsere Entscheidung.)

Wie in vielen Fragen, die Kinder und Erziehung betreffen, gibt es beim Thema Schlaf nun mal keine eindeutige und richtige Antwort. Jedes Kind ist unterschiedlich und hat einen individuellen Schlafbedarf. Während das eine Kind mit vier noch mittags ein Nickerchen braucht, hört das andere schon mit einem Jahr damit auf und hüpft voller Energie durch den Tag. Uns als Eltern fällt es oft nicht leicht, uns nicht von Ratgebern, allgemeinen Regeln und unseren eigenen Vorstellungen verwirren zu lassen, sondern auf das Gefühl für unser Kind zu hören und eine eigene Entscheidung zu treffen.

Was ist denn diesbezüglich bei Euch los? Machen Eure Kinder noch Mittagschlaf? Wann haben sie damit aufgehört und woher wusstet Ihr, dass es soweit war?

 

 

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