Das Adventskalenderdorf

DIY or die. Wenn man mich vor die Wahl stellt, würde ich eher letzteres nehmen. Nicht, dass ich Selbstgebasteltes nicht toll finde, ich habe nur einfach kein Händchen und oft auch keine Geduld dafür. Doch dann kam der Tag, an dem ich den perfekten Adventskalender für Ava suchte.

Ich wollte ein Haus, ach was sag ich, ein Dorf, eine Landschaft, eine Szenerie! Mit Licht, mit Gemütlichkeit, mit Wärme, mit  – ich glaube das richtige Wort ist Hygge. Zugegebenermaßen lebe ich mit dieser Vorstellung meinen eigenen Kindertraum aus, aber es gibt wahrscheinlich Schlimmeres 🙂 Als Kind glaubte ich nämlich fest daran, dass unter uns kleine Menschen leben würden. Im Wald, in geheimen Ecken unserer Wohnung – überall sah ich Wohnorte für kleine Leute. Hätte jemand eine solche Tür an unserem Haus installiert, ich wäre vor Freude explodiert.

Der perfekte Adventskalender sollte aber nicht nur niedlich, sondern natürlich auch praktisch sein, also Türchen in unterschiedlichen Größen haben, wiederverwendbar und am besten fertig zu kaufen sein. Solch ganz spezielle Wünsche sind aber meistens entweder sehr teuer oder gar nicht zu erfüllen. Nach langer erfolgloser Suche dämmerte es mir schon: ich muss selber ran. Ein bisschen Inspiration suchen, recherchieren, bastelfreudige Freundinnen befragen und heraus kommt ein Monsterprojekt mit 24 zu beklebenden Gläsern und selbst gebastelten Dächern.

Was soll ich sagen; dass ich kein Profi bin, ist nicht zu übersehen und ich werde wohl mit der Frage rechnen müssen, ob Ava ihren Kalender selber gebastelt hat. Aber ich habe mit den Jahren gelernt, mit meiner Bastelschwäche zu leben und Schönheit liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters. Auf jeden Fall weiß ich, dass er Ava gefallen wird und das ist die Hauptsache. Wandelbar ist dieses Projekt übrigens auch. Man könnte die Variation „Arktis“, eine Eislandschaft mit Pinguinen und hauptsächlich blauen und weißen Farbtönen, daraus zaubern. Oder einen Weihnachtsmarkt mit Karussell in der Mitte. Ich sehe schon, das Dörfchen wird nächstes Jahr noch ein paar Add-ons von mir bekommen. Nicht dass ich noch zur Bastelqueen mutiere…

Man braucht:

  • Kleister, z.B. von Labbé
  • mehrere Bögen farbiges Transparentpapier
  • 24 Gläser
  • ca. drei Bögen Tonpapier, je nach Dachgröße
  • Lackmarker in Gold für die Hausnummern (oder je nach Geschmack in einer anderen Farbe)
  • Schere
  • Kleber
  • 24 LED Teelichte, z.B. von Hema oder über Amazon
  • Dekobäumchen mit Fuß , z.B. von Rossmann, Hema oder Sostrene Grene, gibts aber auch hierhier und hier.
  • Fliegenpilze & Dekotiere, z.B. von Rossmann, DM oder Hema (alternativ könnt Ihr auch Schleich- Playmobil- oder Duplo-Tiere nutzen, wenn Ihr sowas schon habt)
  • Empfehlenswert: Eine Bastelfreundin /einen Bastelfreund, Wein und Snacks – dann bastelt es sich einfach noch schöner.

Die Umsetzung ist wirklich denkbar einfach und einige von Euch kennen das Prinzip sicher noch aus Eurer Kindergartenzeit: Das Transparentpapier wird in beliebig große Stücke gerissen, die Gläser großzügig mit Kleister bedeckt und los gehts. Türen und Fenster werden aus weißem Transparentpapier ausgeschnitten und zuerst angebracht, alles andere drum herum geklebt. Auch die Fensterrahmen und -kreuze habe ich geschnitten, statt gerissen. Für die Dächer aus Tonpapier hat eine Blechdose mit einem Durchmesser von ca. 17 cm als Schablone hergehalten. Aus den ausgeschnittenen Kreisen wird wiederum ein Dreieck ausgeschnitten und die Enden übereinandergeschoben, so dass ein Kegel entsteht. Dieser sympathische Herr erklärt es Euch easypeasy, falls Ihr auch so Bastel-Dummies seid wie ich. Oder Ihr macht es wie in dieser Anleitung hier.

Der Inhalt ist ein Mix aus Spielzeug und Schokolade. Da Ava aktuell gerne mit Playmobil Ponys spielt, haben wir den Pferde-Adventskalender gekauft, die Kleinteile allerdings beiseite gelegt. Die restlichen Gläser werden mit anderen Kleinigkeiten aufgefüllt. Den Platz für ein entnommenes Geschenk nimmt dann jeden Tag ein LED Teelicht ein.

Ich freue mich schon auf ihre tägliche Vorfreude, wenn es ans Türchen öffnen geht, auch mich hat die Bastelei total in Weihnachtsstimmung gebracht. Obwohl ich sowieso ein absoluter Weihnachtsfan bin, erlebt man diese Zeit mit Kind nochmal ganz neu und wird ins seine eigene Kindheit zurückversetzt. Kennt Ihr das? Ach, ich find das so schön!

Wie macht Ihr das denn dieses Jahr mit dem Adventskalender? Kaufen oder basteln? Und was kommt rein? Bekommt auch einer Eurer Freunde oder Verwandten einen? Schreibt mir doch mal, ich freu mich!

 

 

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